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Schon längere Zeit beobachtete man, dass an meinem Hinterbeinchen kleine warzenähnliche Gebilde entstanden. Da wurde experimentiert mit Spritzen und Salben und dergleichen mehr. Es half alles nichts. Niemand wusste so richtig, wodurch es eigentlich hervorgerufen wurde. Es dauerte beinahe zwei Jahre bis die anfänglich kleinen Beulen zu einer Verdickung des Beines führten. Immer noch waren einzelne Beulen ertastbar, deren Ausmaß jedoch erheblich zunahm. Als sich zwischen meinen Krallen eine Verdickung so stark vergrößerte, dass es mich beim Laufen zu behindern schien, musste etwas unternommen werden. Ein Gespräch mit dem Tierarzt ergab, dass eine Operation durchaus möglich, die Wahrscheinlichkeit, die Ursache damit nicht zu beheben aber hoch war. Trotzdem blieb keine Alternative. Die Operation verlief problemlos. Leider hatte zu diesem Zeitpunkt niemand daran gedacht, das entfernte Gewebe eingehend untersuchen zu lassen. Frauchen hatte ziemliche Schwierigkeiten mit der Organisation der anschließenden Untersuchungen. Täglich sollte der Verband erneuert werden. Die ersten Tage nach der OP ging es mir nicht gut. Ich konnte nicht die Treppen zu unserer neuen Wohnung steigen. Ich konnte das Wasser nicht halten und bekam eine Blaseninfektion dazu, die vom Tierarzt als sehr gefährlich eingestuft wurde. Es war mir auch unangenehm, mein Beinchen im Wohnzimmer zu heben, aber es konnte nichts dafür. |
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Frauchen musste mich auch während ihrer Bürozeit ständig beaufsichtigen, denn ich versuchte stets, den lästigen Verband zu entfernen. Dazu kam noch, dass Frauchen gerade dabei war, ihren Führerschein zu machen. Das bedeutete, dass wir täglich den weiten Weg ins Büro, zum Tierarzt und nach Hause zu Fuß zurücklegen mussten. An einem Tag ließ es sich nicht vermeiden, mich allein zu Hause zu lassen. Eine Tablette sollte mich ruhig stellen und das Schlimmste verhindern. Als Frauchen kam, suchte sie vergeblich nach meinem Ver- band. Er war mir so lästig, dass ich ihn glatt gefressen habe. Voller Sorge bestellte sie den Tierarzt und so bekam ich kurzerhand einen neuen Verband verpasst und jede Menge Schimpfe. Die Wunde heilte sehr langsam. Erst drei Monate später war die neue Haut mit kleinen Häärchen versehen. Schon wenige Monate danach zeigten sich erneut Verdickungen an den alten Stellen. Sie wuchsen schnell und die Haut darüber war sehr dünn und empfindlich. Immer wieder stieß ich mich an Steinchen und die Stellen rissen immer wieder. Besonders zwischen den Zehen bildete sich eine weiche Ver- dickung, die anders als meine Krallen, nicht durch Hornhaut geschützt war. Das Laufen war unangenehm und ich hob das Beinchen oft an, besonders wenn ich nach langem Liegen wieder aufstand. Das sollte auch beinahe ein Jahr so bleiben. |
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