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 Endgültig!

Kaum dass wir unser neues Zuhause im Ruhrgebiet bezogen hatten, war auch schon wieder die jährliche Impfung an der Reihe. Natürlich konnte man mein dickes Hinterbeinchen nicht übersehen. Was Frauchen schon lange vermutet hatte, aber nicht wahr haben wollte, sollte nun Gewissheit werden. Aber das soll sie nun ausnahmsweise mal aus ihrer Sicht erzählen.Das Pfötchen wurde zum ersten Mal geröntgt. Ohne die Röntgenbilder zu sehen, machte mir die Tierärztin klar, dass es mit 90-prozentiger Wahrscheinlichkeit Krebs sein muss.  Eine schlechte Nachricht, die durch das Röntgenbild nur bestätigt wurde. Es sah aus, als wäre bereits das Gelenk angegriffen. Eine zweite Meinung eines Spezialisten in einer Tierklinik in Recklinghausen sollte nichts Neues ergeben. Auch der Chirurg war der Ansicht, es musste Krebs sein. Beide Ärzte rieten mir zu einer baldigen Amputation. Die Vorstellung machte mir Angst. Ich hatte schon oft davon gehört, dass ein Hund auch

Am Morgen des 4.5. gab es dann kein Zurück mehr. Ich brachte Nicky schon vor 8 Uhr nach Recklinghausen in eine nagelneue Tierklinik, die auf mich einen sehr fürsorg-

Indianer
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Hinterteil1

Nach einer nervenraubenden halben Stunde durfte ich endlich meinen Liebling sehen. Angesichts der zufriedenen Bemer-
kungen der Helferin versuchte ich, meine Erschütterung nicht zu zeigen. Mir kamen sofort die Tränen, als er zaghafte Piepser von sich gab. Was hatte ich ihm nur angetan. Mir wurde gesagt, er hätte Schmerzmittel bekommen und es ginge ihm gut. Er lag auf der Seite und der von mir erwartete Stummel war eine unheimlich geschwollene Hinterseite. Man hatte ihn natürlich geschoren und die gesamte Hinterkeule mit Silberfolie besprüht. Die Naht war schätzungsweise 15 cm lang. Die Kanüle am Vorderpfötchen war nicht entfernt worden und Nicky wimmerte ab und an leise vor sich hin. Er tat mir unendlich leid und ich versuchte ihm soviel Körperkontakt wie möglich zu geben, damit er sich gebor-
gen fühlt. Es dauerte wieder sehr lange, bis der Tierarzt zu uns kam und mir einiges erklärte. Die OP hatte etwa drei Stunden gedauert und das Pfötchen war bis zum obersten Gelenk entfernt worden. Der Rest sei in Muskeln eingepackt. Das amputierte Bein-
chen sollte pathologisch untersucht werden. Ob es sich tatsächlich um Krebs handelt

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Halskrause

Sein Zustand fand im Büro tiefes Mitgefühl und ich bin meinem Chef sehr dankbar, dass ich Nicky mit ins Büro nehmen durfte. Langsam verlängerten sich die Spaziergänge von etwa 50 anfangs auf bis zu 200 m. Regelmäßig wurde die Wunde von der Tier-
ärztin überwacht und es gab keinerlei Kom-
plikationen. Nach zwei Wochen hieß es Fäden ziehen. Die Schwellung der Hinterseite ging langsam zurück und durch die nicht zu entfernende Silberfolie zeigten sich die ersten Stoppeln.

Traurig1

 mit drei Beinen gut zurecht kommt, aber das eigene geliebte Tier? Er tat mir so leid. Was würde ihn erwarten? Mit welchen Schmerzen müsste er fertig werden? Die wichtigste Frage aber ließ mich nicht mehr ruhig schlafen. Hat es überhaupt einen Sinn? Wächst der Krebs dann nicht an anderer Stelle weiter? Tausend Gedanken begleiteten mich, obwohl die Entscheidung für die Amputation eigentlich schon gefallen war. Ist diese Entscheidung richtig? Schließlich genieße ich Nickys bedingungsloses Vertrauen. Wie wird er sich mir gegenüber verhalten nach der Operation. Letztlich war ich davon überzeugt, keinen Versuch auszulassen, ihm  Schmerzen zu ersparen. Der Termin stand fest. Kurz zuvor sollte noch einmal eine Röntgenaufnahme der Lunge gemacht werden. Wieder stellte sich Bangen ein, hoffentlich ist alles in Ordnung. Die Tage vor der OP waren mit ausgiebigen Spaziergängen verbunden, wer weiß wie lange es dauert, bis er dazu wieder in der Lage ist.

lichen und doch professionellen Eindruck machte. An zwei Stellen seines Körpers hatte ich kleine Knubbel erfühlt, die bei der OP gleich mit entfernt werden sollten.
Nicky wurde noch einmal gründlich unter-
sucht und kurzerhand per Kanüle in die Narkose versetzt, die bereits wenige Sekunden danach wirkte. Mir blieb nichts mehr zu tun. Gegen Mittag könnte ich mal nachfragen, wie es gelaufen ist. Wahrscheinlich könnte ich ihn abends wieder abholen, wenn alles gut geht
Es war Freitag, an konzentriertes Arbeiten war nicht zu denken. Hoffentlich klingelt das Handy nicht. Punkt zwölf Uhr wurde mir am Telefon gesagt, dass mein Schatz die OP gut überstanden hatte und ich ihn nach 18 Uhr abholen kann. Die beiden kleinen Knubbel waren nur Fettgeschwülste, die keinerlei Ge-
fahr darstellten. Der ersten Erleichterung folgte am Abend dann einige Verwirrung in der Klinik. Nach Information der Helferinnen war vorgesehen, Nicky über Nacht dort zu behalten. Was war inzwischen passiert, schließlich war mittags noch alles in Ord-
nung.

konnte mir der Arzt nicht sagen, denn er wollte der Untersuchung nicht vorgreifen. Nach dem Gespräch hoben wir zu zweit den kleinen Kerl aus seinem Käfig. Ziemlich er-
staunt war ich darüber, dass ich ihn auf den Boden stellen sollte. Noch größer war mein Erstaunen, als Nicky sofort loslief und scheinbar so schnell wie möglich diese Räumlichkeiten verlassen wollte. Die Kanüle musste noch entfernt, die Rechnung bezahlt werden und irgendwie musste ich ihn auch wieder ins Auto bekommen. Das gestaltete sich etwas schwieriger, ich konnte ihn mit seinen 14 kg zwar ziemlich gut anheben, doch durfte die linke Hinterseite nicht berührt werden und er legte sich auch prompt zuerst auf diese Seite, merkte aber sofort unter Heulen, dass das keine gute Idee war. Die gesamte Heimfahrt begleitete mich ein leises Weinen. Zu Hause angekommen legte ich ihn vorsichtig auf die Seite und ließ ihn schlafen. Über Nacht lag er neben mir und ich hatte immer eine Hand an seinem Körper, um jede kleine Regung zu spüren. Im Halb-
schlaf verbrachten wir beide die Nacht. Nicky japste viel. Am nächsten Morgen kontrollierte die Tierärztin die Wunde und war begeistert, wie selbstverständlich er auf drei Beinen lief. Noch eine Woche bekam er jetzt Antibiotika. Das Aufstehen fiel ihm schwer und es schien ihm einfacher, sich zum Niederlegen auf die Wunde fallen zu lassen. Nach zweimaligem Aufschreien hatte er auch das verstanden. Ich half ihm beim Hinlegen und in den ersten Tagen bettete ich ihn regelmäßig an andere Stellen. Gefüttert wurde er indem ich das Trockenfutter direkt vor seine Nase legte, denn längeres Stehen war nicht möglich. Ich konnte ihn keinen Augenblick allein lassen.

 

An den Stellen, die bereits vom Silber befreit waren, sah man viele blutrote Stellen. Nicky ging es wirklich gut und er erholte sich zusehends. Beim Fädenziehen dann das Ergebnis der pathologischen Untersuchung. Ein langer Bericht mit allen möglichen medizinischen Fachbegriffen. Kurz und gut, es war kein Krebs. Wieder kamen mir die Tränen, diesmal aber vor Freude.Die Erleichterung kann man nur schwer beschreiben und tausend Gedanken schießen einem in diesem Moment durch den Kopf. Nicky ist (vom grauen Star auf einem Auge mal abgesehen) wieder ganz gesund und kann mich hoffentlich noch viele Jahre begleiten, denn er ist erst acht Jahre alt.

Das alles wäre allerdings zu schön gewesen, weshalb sich auch gleich ein Problem anschloss. Unter der sichtbaren verheilten Naht befand sich eine weitere, deren Fäden sich jetzt auflösten. Es scheint öfter vorzu-
kommen, das die Tiere diese Fäden nicht vertragen. An einer kleinen Stelle fing es an. Nicky leckte ständig an der Naht und ich bemerkte, dass sich dort Eiter unter der Haut bildete. Die Tierärztin musste kleine Öffnun-
gen in die äußere Naht bringen und das Ganze auspülen, danach wurde der Hohl-
raum mit Penicillin ausgefüllt. In Abständen von wenigen Tagen wurde diese Prozedur ohne sichtbaren Erfolg wiederholt. Um das dauernde Lecken zu vermeiden, erhielt Nicky jetzt doch noch eine Halskrause. Hatte er das schlimmste überstanden, kamen nun die un-
angenehmen Dinge. Jeder Hundebesitzer, der schon einmal mit einer Halskrause zu tun hatte, kennt die Anfangsprobleme. Nicky gewöhnte sich bald daran und rutschte sogar beim Spaziergang mit dem Kragen schnüf-
felnd über den Waldboden. Dass er dabei hier und da hängen blieb, schreckte ihn überhaupt nicht. Es dauerte vier Wochen, bis auch dieses Problem überstanden war. Die abschließende Untersuchung brachte Zufrie-
denheit auf allen Seiten
.

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